Landes-ASten-Konferenz (LAK) Hessen zeigt Flagge am bundesweiten Aktionstag gegen Studiengebühren

Heute wird in Baden-Württemberg ein Gesetz verabschiedet, mit dem allgemeine Studiengebühren ab dem ersten Semester eingeführt werden. Die Landes-ASten-Konferenz (LAK) Hessen, der Zusammenschluss der Studierendenvertretungen in Hessen, zeigt Flagge und beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag gegen Studiengebühren. Damit soll einmal mehr deutlich die Ablehnung gegen jede Form von Studiengebühren demonstriert werden.
In den hessischen Hochschulstädten fanden zahlreiche Protestaktionen statt. So erhielten u.a. die Studierenden in Darmstadt über Ortsschilder Auskunft darüber, wieviel sie mehr Arbeiten müssten, wenn 500 Euro Studiengebühren eingeführt werden. In Gießen fand vor der Einkaufspassage eine Mahnwache mit 50 Personen statt. Währenddessen fand in Marburg eine Protestkundgebung statt. Bereits am Dienstag wurden an der FH Frankfurt “Banken” eröffnet. Die Banker konnten über Bildungskredite informieren und schließlich erwerben, um anschließend in die kostenpflichtigen Vorlesungen gelassen zu werden. Der Anklang unter den Studierenden war sehr gut. Weitere Aktionen werden folgen, unter anderem am Sonntag, wo von 15 bis 17 Uhr an der Konstablerwache in Frankfurt eine Kundgebung stattfindet.
Die Landes-ASten-Konferenz spricht besonders den Studierenden in Baden-Württemberg, aber auch in allen anderen betroffenen Bundesländern, ihre Solidarität aus. Baden-Württemberg wird nach Niedersachsen das zweite Bundesland sein, in dem Studiengebühren beschlossene Sache sind. Bildungsgerechtigkeit und die Schaffung von zusätzlichen finanziellen Zugangshürden durch Studiengebühren sind unvereinbar.

Zur geplanten Einführung allgemeiner Studiengebühren in Baden-Württemberg

Zur geplanten Einführung allgemeiner Studiengebühren in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hamburg Bremen, Saarland und Niedersachsen, erklärt die Konferenz der Allgemeinen Studierendenausschüsse in Hessen (Landes-ASten-Konferenz, LAK) auf seiner Sitzung vom 5. Dezember 2005:
„Die Bundesländer, die jetzt allgemeine Studiengebühren einführen wollen, fordern gleichzeitig, dass es in Deutschland mehr hochqualifizierte junge Leute geben muss. Selbst nach einer sehr ökonomistischen Sichtweise, die ein Hochschulstudium lediglich als Berufsausbildung begreift, ist dies in höchstem Maße widersprüchlich. Studierende, deren Eltern viel verdienen, treffen die Studiengebühren überhaupt nicht. Studierende dagegen, deren Eltern aus unteren und mittleren Einkommensschichten kommen, sollen ihre Gebühren nur durch Kredite finanzieren. Allein die Gebühren selbst führen also zu einer Ausgrenzung von jungen Leuten aus niedrigeren Einkommensschichten. Aber nicht nur die Gebühren, sondern auch noch zusätzlich dazu Zinses- und Zinseszinsen müssen diese Studierende bezahlen, weshalb sie auch absolut einen wesentlich höheren Betrag aufbringen müssen müssen, als Studierende aus reichen Elternhäusern, die keinen Kredit aufnehmen müssen. Eine solche Verschuldung ohne sichere Aussicht auf einen Arbeitsplatz würde viele Studierende dazu bringen, auf ein Studium zu verzichten, da sie damit ihren finanziellen Ruin riskieren. Wir brauchen mehr Bildung, denn nur durch mehr Bildung sind Fortschritt und gesellschaftliche Emanzipation zu erreichen. Es ist deshalb eine unglaubliche Versündigung  an nachfolgenden Generationen und  dreiste Förderung einer Geldelite, wenn die Landesregierungen in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Bildung an materielle Voraussetzungen knüpfen und damit einen massiven Bildungsrückgang provozieren. Dieser Prozess, der dazu führt, dass auch die Länder, die keine Gebühren einführen wollen, aufgrund des erhöhten Drucks auch Gebühren einführen werden, muss gestoppt werden. Bildung muss gefördert und darf nicht sanktioniert werden. Die Landes-ASten-Konferenz wendet sich damit gegen jegliche Formen von Studiengebühren.“